Finanzamt, Bad Königshofen | WETTBEWERB

STÄDTEBAU

Analyse - Das Grundstück befindet sich nördlich der historischen Altstadt von Bad Königshofen. Das Umfeld ist von einer heterogenen und offenen Bebauungsstruktur mit unterschiedlichen Nutzungen geprägt.

Die mittelalterliche Bastion der Kleinstadt Bad Königshofen mit der typisch gezackten und sternförmigen Geometrie bildet sich im südlichen Bereich des Grundstücks noch heute ab. Entlang der Bastionskanten verläuft ein Fuß- und Radweg (Julius-Promenade), die verschiedenen öffentlichen Einrichtungen außerhalb des Stadtkerns (Sportplatz, Schulen, Musikschule etc.) miteinander verknüpft. Ein hoher Baumbestand begleitet die Bastionsgrenze und schafft am Rand der Kernstadt potential für die Entwicklung eines „Grünen-Bandes“, welches perspektivisch zur öffentlichen Erschließung und als Grünraum mit hoher Aufenthaltsqualität entwickelt kann.

STÄDTEBAULICHES KONZEPT

Die Entwurfsverfasser leiten den Baukörper und die Geometrie aus der durch die Baugeschichte geprägten Ort ab. Die historischen Kanten der Bastion werden durch die beiden gekreuzten Gebäuderiegel räumlich abgebildet. Durch die Formableitung entsteht eine prägnante Gebäudeform, die als Solitär selbstbewusst das Stadtbild prägt.  

Es ist vorgesehen den bestehenden „Fußabdruck“ der ehemaligen Bastion perspektivisch zu einem „Grünen Band“ zu entwickeln. Das „Grüne Band“ oder besser der „Bastionärspark“ dient als Verknüpfung zwischen Vorstadt und historischer Altstadt. Er dient mit einem Fuß und Radweg, der Juliuspromenade zur Erschließung von öffentlichen Nutzungen (Sportplatz, Schule, Musikschule und Finanzamt). Entlang des Grünzuges können an verschiedenen Punkten öffentliche Aufenthaltsbereiche geschaffen werden. Neben dem geplanten Vorplatz des Finanzamtes können weitere öffentliche Zonen und Orte entstehen (Spielplatz, Bolzplatz, Kletterwald, Sonnenbänke zum lesen etc.).

ENTWURFSKONZEPT

Die aus dem Ort abgeleitete Gebäudeform besteht aus zwei länglichen sich kreuzenden Satteldachhäusern. Das zweistöckige Haus mit Satteldach wird aus der kleinstädtischen Bebauungsstruktur der Kurstadt Bad-Königshofens mit schlichten Satteldachhäuser abgeleitet und erinnert außerdem an historische Zehntscheunen.

Die der Stadt zugewandte Giebelseite dient der Erschließung des Gebäudes. Die Erschließung erfolgt über einen kleinen Vorplatz mit Baumüberstanden Holzbänken. Die Linde auf dem Vorplatz und ein schlichter Satteldachbau in Holzbauweise sind bildgebend. 

Die PKW Erschließung erfolgt über die Sparkassenstraße. Auf der Nordseite sind baumüberstandene Stellplätze vorgesehen. Für Mitarbeiter ist ein Seiteneingang über die Nordfassade geplant.

Auf der Westseite sind 3 Kurzparker-Stellplätze für eine schnelle Andienung des Gebäudes vorgesehen (Paketdienst, Kunden, Lieferverkehr etc.)

Informationen

Bauherr:
Stadt Bad Königshofen
LP:
Wettbewerb 2023